11.05.2026 – Felix Koller
Wiener Nachtpfauenauge im Generalspark
Letzten Herbst hat der HSV Sektion Pferdesport bei Arbeiten auf seinem Gelände die riesige Raupe eines Wiener Nachtpfauenauges entdeckt, die gerade auf der Suche nach einem Verpuppungsort war. Da sie dort nicht bleiben konnte, haben sie die Raupe zu ihrem Schutz in unsere Obhut gebracht. Diese wollten wir zur direkt angrenzenden Wiese mit alten Obstbäumen im Generalspark bringen, wo sie sehr wahrscheinlich herkam. Da sie sich jedoch bereits einzuspinnen begann, haben wir den Plan geändert und ihr ein schönes Zuhause in einem alten Aquarium eingerichtet, in dem sie sich sofort verpuppt hat. An einem geschützten Ort im Freiland haben wir sie überwintert. Am Abend des Muttertags war es dann so weit und der wunderschöne, riesengroße Schmetterling ist geschlüpft! Nachdem wir ihn ausgiebig bestaunt hatten, haben wir ihn an einem Apfelbaum im Generalspark in die Freiheit entlassen.
Das Wiener Nachtpfauenauge ist der größte Schmetterling Mitteleuropas und kann eine Flügelspannweite von bis zu 16 cm erreichen! Die Raupen ernähren sich von den Blättern verschiedenster Laubbäume und haben insbesondere Obstbäume zum Fressen gern. Da sie nur an den Blättern fressen und nur sehr vereinzelt vorkommen, richten sie keine Schäden an den Bäumen und am Fruchtertrag an.
Leider sind die imposanten Nachtfalter mittlerweile stark bedroht. Oft fallen sie den im Obstbau eingesetzten Spritzmitteln zum Opfer. Viele Falter verenden auch an künstlichen Lichtquellen, da sie von UV-Licht magisch angezogen werden. Umso wertvoller sind naturbelassene Streuobstwiesen, in denen sich die Tiere ungestört entwickeln können.
Die wohlgenährte Raupe begann gleich im Schuhkarton mit dem Einspinnen.
Vor der eigentlichen Verpuppung spinnen sich die Raupen in einen seidigen Kokon ein.
Die Flügelspannweite unseres Exemplars beträgt ca. 15 cm.
Die Mundwerkzeuge des Wiener Nachtpfauenauges sind verkümmert, da er als fertiger Falter keine Nahrung mehr zu sich nimmt.
Lorenz ist so gut getarnt, dass der Falter gleich seine Kappe als Landeplatz genutzt hat!
An diesem Apfelbaum haben wir den gut getarnten Nachtfalter zurückgelassen.